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Das die MAVICA dennoch so revolutionär war, lag daran, dass hiermit erstmals mit einem auf dem Markt erhältlichen Produkt Bilder ohne einen Film geschossen werden konnten. Für den Journalismus war dies ein enormer Schritt nach vorne, konnte man Bilder doch jetzt per Videotechnik direkt in die Redaktionen übertragen - zuvor hatten die analogen Bilder gescannt und per Trommelscanner in ein von Telefonleitungen übertragbares Format gebracht werden müssen. Dennoch: für den privaten Gebrauch war die MAVICA nicht sinnvoll. Zwar kam sie als Canon RC-701 1986 auf den Markt, fand jedoch wenig Abnehmer: einschließlich der dazugehörigen Abspielgeräte war sie viel zu teuer und brachte nicht genug Mehrwert mit sich, um den analogen Geräten wirklich die Schau zu stehlen. So musste der Markt das Jahr 1991 abwarten, um die erste echte Digitalkamera im heutigen Sinn zu erleben. Wiederum war es Kodak, der mit der DCS-100 das zukunftsfähige Modell auf der Basis von Spiegelreflextechnologie vorstellte. Hinter dem Objektiv der Kamera war ein CCD-Sensor einmontiert, der mit immerhin schon 1,3 Megapixeln Bilder aufzeichnete, welche anschließend auf einer externen Festplatte mit etwa zweihundert Megabyte Speicherplatz gespeichert wurden. Die hierfür benötigte Elektronik und der integrierte Monitor waren allerdings aufgrund ihres Umfanges in einer immer noch fünf Kilo schweren Tasche untergebracht. Das System war aber insgesamt noch zu teuer für den Privatkunden. Dieser wurde dann noch im selben Jahr mit einer erschwinglicheren Digitalkamera versorgt: der "Fotoman" von Logitech. Allerdings waren ihre Aufnahmen immer noch nur schwarz-weiß machbar, mit einer sehr bescheidenen Auflösung von 376x240 Pixel und einer festen Brennweite. Erst 1993 kam mit "Fotoman plus" eine Farbbildvariante auf den Markt. Dann aber war kein Halten mehr: Speicherkarten und USB-Anschlüsse wurden entwickelt und integriert, und nachdem auch die 2,0 Megapixel Grenze überschritten war, überboten sich die Anbieter mit immer kleineren und besseren Modellen. Und seit digitale Kameras in fast alle Computersysteme bereits ab Werk eingebaut werden, sind die Tage der analogen Technik tatsächlich gezählt.
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